Authentifizierung
„Wer sind Sie?“
-> Zugangskontrolle
💡 Der Benutzer weist seine Identität nach (Authentisierung); das System prüft diesen Nachweis (Authentifizierung). „Authentifizierung“ darf als Oberbegriff für den gesamten Vorgang verwendet werden.
(siehe auch BSI TR-03187, Abschnitt 2.1 „Definitionen“)
Faktoren
Die Authentisierung kann auf drei Wegen erfolgen:
- Wissen: PIN, Passwort, Passphrase, …
- Besitz: Schlüssel, Smartcard, Hardware Security Token, …
- Sein: biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Iris, Stimme, …)
2FA & MFA
💬❓ Was muss bei der Umsetzung von Multi-Faktor-Authentisierung beachtet werden?
Was sind unabhängige Faktoren?
Wissen
Passwörter / Passphrases
Passwortrichtlinien
📝❗ FiSi AP2 Analyse Winter 2025 Aufgabe 2 da
Passwort-Policy
- Großer Zeichenvorrat (klein+groß+nummern+sonderzeichen) -> viel Zufall
- Passwortlänge
- Keine Wörterbuchwörter
- Kein persönlicher Bezug (Name, Benutzername, Geburtsdatum)
- Unterschiedliche Passwörter für verschiedene Zugänge
- Keine Wiederverwendung / Ableitung ehemaliger Passwörter
Passwortmanager
-> Zwingend erforderlich!
Wie will man sonst Passwort-Policies für viele Dienste umsetzen?
💬❓ Welchen Schutzbedarf sehen wir für unsere Passwortmanager?
Welche Lösungen können die Anforderungen erfüllen?
PIN & Fehlbedienungszähler
❓ Unter welchen Bedingungen kann eine kurze PIN zur Authentifizierung eingesetzt werden?
❓ Was ist ein Fehlbedienungszähler?
…Realität…

Besitz
Für Besitzfaktoren sollte möglichst Challenge-Response auf Basis von Schlüsseln eingesetzt werden. Der Schlüssel sollte nicht kopierbar sein — also nicht als bloße Datei, sondern in einem dafür vorgesehenen System (Hardware Security Token, Smartcard, TPM) gespeichert werden. Als zweiter Faktor bietet sich eine Passphrase (Wissen) an, die den Zugriff auf den Schlüssel schützt.
Hardware- und Plattformstandards
- FIDO2-Authenticator — nicht exportierbarer Schlüssel, Domain-Bindung, dafür gebaut.
- TPM 2.0 — Schlüssel im Chip, optional an PCRs/Systemzustand gebunden.
- Secure Enclave / Android Keystore — Plattform-Keystore, Basis für Passkeys.
- PIV — Smartcard-Profil mit PIN, bewährt im Behördenumfeld.
- OpenPGP Card — Smartcard für GPG, Nische, älter.
Schlüssel und Schnittstellen
- SSH-Key — privater Schlüssel im Token/TPM ist ein starker Besitzfaktor; als Datei kopierbar und nur durch eine Passphrase geschützt.
- TLS-Client-Zertifikat (mutual TLS) — X.509-Zertifikat mit privatem Schlüssel, idealerweise im TPM oder Token; der Server prüft Kette, Gültigkeit und Sperrstatus. Typisch für VPN, API und Service-to-Service.
- GPG-/OpenPGP-Schlüssel — privater Schlüssel im Keyring oder auf OpenPGP Card; signiert eine Challenge. Für Login unüblich, für Signaturen und E-Mail verbreitet; Vertrauen über Web of Trust oder eigene Richtlinie.
- PKCS#11 — API für Schlüssel in HSM und Smartcard; ob sie exportierbar sind, bestimmt das Token.
Credential-Protokolle
- FIDO2 / WebAuthn — Challenge-Response pro Domain, phishing-resistent.
- Passkeys — FIDO2-Credential im Plattform-Authenticator, modern und benutzerfreundlich.
- TOTP — zeitbasiertes OTP, weit verbreitet, aber phishbar.
- HOTP — zählerbasiertes OTP, älter; kann desynchronisieren.
- OCRA — challenge-basiertes OTP, vor allem im Banking.
- U2F — Vorgänger von FIDO2, nur Challenge-Response, ohne Passkey-Sync.
Biometrie
❓ Welche Nachteile haben biometrische Merkmale zur Authentifizierung?
SSO
Ziele
- Ein Login für viele Dienste: weniger Passwörter und weniger Reset-Aufwand.
- Zentrale Policy: MFA, Sperren und Rollen an einer Stelle durchsetzen.
- Schnelles Onboarding/Offboarding: ein Konto statt vieler Einzelkonten.
- Einheitliche Identität und Protokollierung über Anwendungen hinweg.
Herausforderungen
- Der Identity Provider (IdP) ist Single Point of Failure und attraktives Angriffsziel.
- Zentrales Abmelden (Single Logout) ist über verschiedene Protokolle schwer.
- Kurze, gebundene und widerrufbare Tokens sind aufwendig; gestohlene Tokens bleiben sonst gültig.
- Ein kompromittiertes Konto öffnet viele Dienste; MFA/FIDO2 und Monitoring sind Pflicht.
- Attribute sammeln Nutzungsdaten beim IdP; Datenschutz und Zweckbindung beachten.
Protokolle
- OpenID Connect (OIDC) — Identitätsschicht auf OAuth 2.0
- das ID Token (JWT) meldet die Identität
- Häufige Fehlannahme: OAuth2 authentifiziert nicht — dafür ist OIDC da
- typisch für Web- und App-SSO
- SAML 2.0 — XML-basiertes SSO zwischen Identity Provider und Service Provider; Assertions tragen Authentifizierung und Attribute
- Kerberos — ticketbasiertes SSO in Active Directory; authentifiziert den Nutzer, die Autorisierung prüft der Dienst selbst